Sonntag, 7. Juni 2015

Annedore-Leber-Grünzug

Eingang Wilhelm-Kabus-Straße
Seit Ende Mai sind die Bauzäune entlang des neuen Grünzugs an der Torgauer Straße weggeräumt und allmählich wird auch diese Fläche von den Anwohnern in Besitz genommen. Die Stadträte Klotz und Krüger hatten einmal mehr zu einer Eröffnung geladen, um ein weiteres Teilstück der Schöneberger Schleife zu knüpfen. Bereits Ende 2013 wurde das Cheruskerdreieck fertig gestellt, anschließend die Torgauer Straße von der Cheruskerstraße bis zum Euref-Grundstück in einen  Fuß- und Radweg umgewandelt mit neuer Beleuchtung. 

"Kohlenhandlung" mit Info-Tafeln
Ja, es ist eine Bereicherung für die Insel, wie auch an den zahlreichen Nachbarn zu sehen ist, die die Rasenflächen und Spielgeräte nutzen, trotzdem gibt es einiges zu kritisieren: Von der verspäteten Fertigstellung will ich gar nicht schreiben, aber die Schöneberger Schleife wurde auch als Rad- und Skaterweg angekündigt. Von der Kabus-Straße bis zur Gotenstraße werden diese Gruppen jedoch weitgehend vernachlässigt. Zwar wurde auf der südlichen Seite der Torgauer Straße ein breiter Radweg neu asphaltiert (auf der nördlichen Seite bleibt es beim viel zu schmalen, zugewachsenen Weg), dieser jedoch mit einigen Pollern zum Hindernisparcours umgebaut. Auf Bordsteinabsenkungen an der Leber- und Gustav-Müller-Straße wurde gleich ganz verzichtet (Rollstuhlfahrer sind wohl gar nicht erwünscht) und die Situation rund um das Südkreuz und die Wilhelm-Kabus-Straße bleibt in alter Schöneberger Tradition lebensgefährlich. Von den einstigen Überlegungen, die Torgauer Straße zur Fahrradstraße umzubauen, ist nichts übrig geblieben. Wann die Verbindung bis zum Sachsendamm weitergebaut wird und nicht im Nirgendwo endet, steht in den Sternen. 

Viel Rasen, wenig Bäume
Und auch was mit der Baracke von Annedore und Julius Leber geschieht, ist nach wie vor unklar. Im März wurde durch das Sturmtief Niklas ein Teil des Daches weggepustet, nachdem der Bezirk versäumt hatte, das Gebäude zu sichern. Nun zögert er die Reparaturarbeiten heraus, wodurch weiter Wasser eindringt und sich die Kosten erhöhen. Es drängt sich die Frage auf, ob das Bezirksamt Fakten schaffen will? Auch Kulturstaatssekretär Renner widersetzt sich einem Erhalt, er möchte weiterhin die Steckdosenleiste verwirklicht sehen. Dem Stadtteilverein Schöneberg ist viel Glück zu wünschen,  dass er sein Vorhaben eines Lern- und Gedenkortes umsetzen kann, für den er mit einigen Informationstafeln vor der abgesperrten Baracke wirbt. 

Die Gestaltung des Grünzugs ist Geschmacksache, etwas mehr Bäume wären aber wünschenswert gewesen. Der Rasen muss sicher erst anwachsen, ob er dann auch ausreichend gepflegt wird, ist die nächste Frage, oder ob er so schnell versteppt wie auf den anderen sonnenbeschienenen Flächen des Parks und zugemüllt wird wie die Nordspitze von einigen Besuchern, denen ich ihren Abfall gerne persönlich in ihre Wohnungen werfen würde.

Eine gute Idee kommt übrigens aus den Reihen der SPD und der Grünen: Sie möchten, dass der Grünzug nach Annedore Leber benannt wird. Kann man machen, schaffen wir doch gleich Fakten!

Kommentare:

  1. Wie man einen Park vor die Haustür angelegt bekommt, und sich trotzdem zeilenweise beschweren kann, ist mir ein Rätsel.
    Mein Schampus neulich hat auch gar nicht so richtig geblubbert. Voll doof.

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  2. Genau!! Statt dankbar zu sein! Ist ja nicht etwa von unseren Steuergeldern gebaut worden, sondern ein großzügiges Geschenk von denen da oben!

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  3. Antworten
    1. Sieh das Wissen liegt so nah: https://de.wikipedia.org/wiki/Annedore_Leber

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    2. Leberstraße, Julius-Leber-Brücke, S-Bahn- und Bushaltestellen. Genug gelebert auf der Schöneberger Insel.

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    3. Wissen Sie denn überhaupt, wer Julius und Annedore Leber waren?

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  4. Zum Thema Ehem. Kohlenhandlung/ Lehr-und Gedenkstätte
    Habe das Häuschen mal von innen besichtigen können. Dabei kam mir der Gedanke, das das ein prima Kiezinitiativenhaus/ Kiezcafé sein könnte, Ein Treffpunkt für die vielen Bürgerinitiativen Schönebergs und an Kiezpolitik interessierte Menschen..
    Gerne in der Trägerschaft des Stadtteilvereins und unter Einbeziehung deren Plans, einen Lehr-und Gedenkort zu schaffen.
    Leider hat mich der Verein trotz mehrmaliger Anfrage nie zu einem seiner Treffen eingeladen.
    Übrigens ist das Dach neu gedeckt und die Bauschäden durch Feuchtigkeit waren im Sommer noch minimal.

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  5. Martina Fiebelkorn14. November 2015 um 21:40

    Die Feuchtigkeitsschäden im Haus sind leider doch erheblich. Zwar wurde das Dach im Auftrag des Bezirksamtes neu gedeckt. Das darunter befindliche Dämmmaterial, durch das wochenlange Hereinregnen völlig durchfeuchtet, ist aber nicht entfernt worden. Seitdem schimmelt es unter dem dichten Dach alles munter vor sich hin.
    An unser Gespräch im Park kann ich mich erinnern, auch daran, dass ich darum gebeten habe, dass Sie uns eine email-Adresse hinterlassen, damit wir Sie einladen können. Dies haben Sie aber leider nicht getan. Senden Sie uns doch bitte eine email an info@stadtteilvereinschöneberg, dann werden Sie selbstverständlich eingeladen.
    Selbstverständlich sind auch alle anderen Interessierten eingeladen. Wir tagen in der Regel am zweiten Mitwoch im Monat. Das nächste Treffen ist am 9.12.15 um 19.00 Uhr im Stadtteilladen halk Kösesi in der Crellestr. 10.
    Martina Fiebelkorn, Stadtteilverein Schöneberg

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    1. Danke für die Antwort Frau Fiebelkorn. Nun, das der Bezirk bei der Neueindeckung des Hauses derartig rumgeschlampt hat ist von außen nicht zu sehen, war aber irgendwie zu erwarten bei so viel Liebe wie er dem Haus entgegenbringt. Für mich als auf dem Bau Tätiger sind diese Schäden aber nicht so gravierend das sie sich nicht, wenn auch unter recht großem Aufwand, beheben ließen. Als gravierender empfinde ich, das der Bezirk die Versorgungsleitungen gekappt hat und jed*Er, der mit de Häuschen was auch immer anfangen will, damit von einer Vorleistung des Bezirks, nämlich dem kostspieligen Wiederanschluss an Strom- und (Ab-) Wassernetz, abhängig ist.Werde meine E-Mail-Adresse schicken und versuchen, zum nächsten Treffen zu kommen. Beste Grüße, HG

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