Samstag, 1. Oktober 2016

Spenden benötigt: Königin-Luise-Gedächtniskirche wird saniert

vom Efeu befreit: Die nackte Königin-Luise-Gedächtniskirche
Foto: Heinrich Hermes

Lange bevor ich auf die Insel gezogen bin, hatte mich die ungewöhnliche Kirche auf dem Gustav-Müller-Platz bei einem Ausflug in ihren Bann gezogen: Der achteckige Grundriss, der dichte Efeubewuchs, die für Berlin ungewöhnliche barocke Form und die mächtige Kuppel, das war schon alles sehr beeindruckend. Die Königin-Luise-Gedächtniskirche ist neben dem Gasometer das bedeutendste Bauwerk auf der Roten Insel.

Doch auch an diesem Gebäude hat der Zahn der Zeit genagt – und hat ganze Arbeit geleistet.
von Hausschwamm
befallener Dachsparren
Foto: D:4 Architektur
Die Kirche muss dringend saniert werden, dafür wurde der Efeu entfernt, der gnädig die Bauschäden in den letzte Jahrzehnten verdeckt hatte. Bis 2020 werden die Arbeiten dauern, wenn denn auch genügend Geld zusammenkommt. 90.000 Euro fehlen der Königin-Luise- und Silas-Gemeinde mindestens, wurde doch jetzt auch noch Hausschwamm in der Dachkonstruktion entdeckt. 

Die Kirche wurde erst nach der Wohnbebauung Anfang des 20. Jahrhunderts errichtet nach Plänen des Friedenauer Architekten F. Berger. 1910 wurde der Grundstein gelegt, 1912 zum 136. Geburtstag der Königin Luise von Preußen wurde die Kirche geweiht. Luise wurde schon zu Lebzeiten geradezu kultisch verehrt, ihr Name ist eng verknüpft mit den Freiheitskämpfen  gegen Napoleon. Nach ihrem frühen Tod mit gerade 34 Jahren ist sie zu einer regelrechten Ikone Preußens geworden.

Der Zweite Weltkrieg hat dem Bau nur gering zugesetzt, dafür hat der Zeitgeist der 1970er Jahre dafür gesorgt, dass die Biberschwanzdeckung der Kuppel, die in einem kräftigen Rot geleuchtet hat, durch aschgraue Faserzementschindeln ersetzt wurde. Im Zuge der Sanierung soll diese Sünde wieder erfreulicherweise rückgängig gemacht werden. Der Innenraum wurde mehrmals umgestaltet, zuletzt in den 1980er Jahren durch den Kladower Künstler Volkmar Haase.

Die Gemeinde bittet jetzt um finanzielle Hilfe, damit die Kirche wieder in ihrem alten Glanz erstrahlen kann. Dafür wurde ein Spendenkonto eingerichtet:


Kirchliches Verwaltungsamt Berlin Mitte-West
 
Berliner Sparkasse
DE42 1005 0000 0190 6655 05
 
Verwendungszweck:
KLSG - Kirchensanierung

Es ist sehr zu wünschen, dass die fehlenden 90.000 Euro schnell zusammenkommen.

Kommentare:

  1. Wieso kann die ev. Kirche das nicht selbst bezahlen? War doch kürzlich in den Nachrichten, dass das Kirchensteueraufkommen 2015 ein neues Rekordniveau erreicht hat: http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/kirchensteuer-einnahmen-der-kirchen-2015-auf-rekordniveau/13769240.html
    Natürlich nur aufgrund der guten Konjunktur, die Zahl der Mitglieder schrumpft stetig.

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  2. 90.000 Flocken .. Peanuts. Wir drücken der evangelischen Kirche die Daumen, damit sie das Geld selbst auftreiben wird. Bei rund 5 Milliarden Euro Einnahmerekord bei der Kirchensteuer im Jahr 2015 wird sich da schon was machen lassen. Wa?

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